Sonntagsfrage Mecklenburg-Vorpommern

Balkendiagramm der Sonntagsfrage in Mecklenburg-Vorpommern mit allen Umfragewerten der großen Parteien.
Balkendiagramm der Sonntagsfrage in Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommern kommt in Deutschland eine besondere Bedeutung zu, schließlich ist es das Heimatland von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Politisch ist allerdings seit 1998 die SPD die stärkste Partei geworden. Die Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern war in der Vergangenheit durchwachsen – die Werte für die CDU oder die SPD bereiteten immer wieder Probleme.

Balkendiagramm der Sonntagsfrage in Mecklenburg-Vorpommern mit den Hinzugewinnen und Verlusten der großen Parteien.
Balkendiagramm der Sonntagsfrage in Mecklenburg-Vorpommern – Gewinne und Verluste der großen Parteien im Vergleich zur letzten Landtagswahl.

Keine Besonderheiten im Wahlrecht von Mecklenburg-Vorpommern

In einigen Bundesländern fallen Umfragen in der Nähe von Wahlen schon deshalb anders aus, weil es Besonderheiten im Wahlrecht gibt, die nicht berücksichtigt werden können. Für die Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern gilt dies nicht. Das Wahlsystem entspricht den Prinzipien, wie sie auf Bundesebene üblich sind.

Blick zurück: Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern bei vorherigen Wahlen

Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern vor den Wahlen 2016

2016 war die Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern allgemein unpräzise. In den zwei Wochen vor der Wahl stand die SPD, die 30,6 Prozent erreichen sollte, bei 27 bis 28 Prozent. Die erstmals angetretene AfD auf Platz 2 erreichte 20,8 Prozent. Ihre Prognosen bewegten sich zwischen 21 und 23 Prozent.

Die CDU stand in den Umfragen bei 20 bis 22 Prozent, erreichte tatsächlich aber nur 19 Prozent. Die Prognosen für die Linke waren etwas besser: Sie schwankten zwischen 13 und 15 Prozent. Tatsächlich kam die Partei auf 13,2 Prozent. Die Grünen standen dagegen in der Sonntagsfrage bei 6 Prozent, scheiterten aber mit 4,8 Prozent sogar an der Fünf-Prozent-Hürde. Der FDP wurden 2 bis 3 Prozent vorhergesagt. Tatsächlich erreichte sie 3,0 Prozent.

Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern vor den Wahlen 2011

2011 war die Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern für die SPD deutlich besser. Sie stand in den zwei Wochen vor der Wahl zwischen 35 und 36 Prozent. Tatsächlich gewannen die Sozialdemokraten 35,6 Prozent der Stimmen. Ungenau waren dagegen die Prognosen für die CDU. Diese reichten von 26 bis 28 Prozent. Die Union gewann aber tatsächlich nur 23,0 Prozent der Stimmen.

Für die Linke war die Zuverlässigkeit der Sonntagsfrage grenzwertig. Die Umfragen reichten von 16,6 bis zu 17 Prozent. Die Partei gewann tatsächlich 18,4 Prozent. Für die Grünen passte es ungefähr: Sie standen bei 8 Prozent in den Vorhersagen und gewannen 8,7 Prozent der Stimmen.

Die NPD schaffte ebenfalls den Einzug in den Landtag. Sie stand in den Prognosen allerdings nur bei 4,5 Prozent, obwohl sie 6,0 Prozent der Stimmen für sich entschied. Die FDP verpasste mit 2,8 Prozent dagegen deutlich den Sprung ins Parlament. Vorhergesagt wurden ihr 4 bis 4,5 Prozent.

Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern vor den Wahlen 2006

2006 war die Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern vor allem wieder für die CDU ungenau. In den zwei Wochen vor der Wahl stand sie in den Umfragen bei 30 bis 33 Prozent. Tatsächlich erreichte sie jedoch nur 28,8 Prozent. Die SPD als Wahlsiegerin kam auf 29 bis 31 Prozent in den Vorhersagen und gewann tatsächlich 30,2 Prozent der Stimmen.

Deutlich zu stark eingeschätzt wurde die Linke. Sie stand bei 18 bis 21 Prozent in den Umfragen, gewann aber nur 16,8 Prozent der Stimmen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die WASG damals noch getrennt von ihr antrat und 1 Prozent bekam. Die Grünen standen in der Sonntagsfrage bei 7 Prozent, holten aber tatsächlich 9,6 Prozent.

Relativ zutreffend waren die Prognosen für die NPD. Diese reichten von 6 bis 7 Prozent. Tatsächlich gewann die Partei 7,3 Prozent der Stimmen. Passend waren auch die Vorhersagen für die Liberalen. Diese reichten von 3 bis 4 Prozent. Tatsächlich erreichte die FDP 3,4 Prozent.

Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern bei vorherigen Wahlen

Bei vorherigen Wahlen gab es ebenfalls immer wieder Probleme mit zumindest einem Wert in der Sonntagsfrage. 1998 schnitt die SPD beispielsweise 4 Prozent schlechter ab als vorhergesagt. Die Linke, die damals noch als PDS antrat, gewann 7 Prozent mehr als noch in einer Umfrage zwei Wochen vor der Wahl prognostiziert.

Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern zwischen den Wahlen

Zwischen den Wahlen hat sich die Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern als relativ zuverlässiger Indikator der politischen Stimmung erwiesen. Große Ausschläge der einzelnen Parteien innerhalb weniger Wochen bleiben aus. Einzige Ausnahme ist die AfD, die im Frühjahr 2016 innerhalb von drei Wochen von 5,5 Prozent auf 16 Prozent geklettert ist.

Diese Institute erheben regelmäßig die Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern

  • Forschungsgruppe Wahlen: Das Haus ist für das ZDF tätig. CDU und AfD sind in den Umfragen zu stark. Die SPD erscheint dagegen zu schwach.
  • INSA: Das Institut arbeitet für Cicero und Bild. Die SPD erscheint etwas zu schwach. Ansonsten sind die Werte relativ zuverlässig.
  • Infratest dimap: Das für die ARD und regionale Medien tätige Institut sieht die CDU etwas zu stark und die SPD etwas zu schwach. Ansonsten passen die Werte.
  • Forsa: Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für einige regionale Medien. Die beiden großen Parteien erscheinen in den Umfragen etwas zu schwach, gleiches gilt für die Linkspartei.

Fazit zu Sonntagsfrage in Meck-Pom: Kaum Stammwählerschaften in Mecklenburg-Vorpommern

Das viele Werte von Parteien in der Sonntagsfrage für Mecklenburg-Vorpommern durchaus zutreffend sind, zeigt, dass es kein generelles Problem mit den Umfragen an sich gibt. Die großen Abweichungen für einige Parteien lassen sich hingegen auf zwei Phänomene zurückführen, welche die Wählerschaft betreffen. Erstens gibt es augenscheinlich kaum Stammwählerschaften. Den stärksten Eindruck macht diesbezüglich noch die SPD. Zweitens gibt es ein immens hohes Wechselwähler- und Protestwählerpotenzial. Dies zeigt der enorme Erfolg der AfD, durch den die Stimmwerte für die NPD und die Linke deutlich gelitten haben.

Sonntagsfrage Mecklenburg-Vorpommern: Über die Zuverlässigkeit der Messung der politischen Stimmung