Sonntagsfrage Saarland

Sonntagsfrage Saarland: Ein Überblick über die Messung der politischen Stimmung

Das Saarland ist das kleinste Flächenbundesland Deutschlands. In der Vergangenheit hat sich für Sonntagsfrage für das Saarland als Indikator für die politische Stimmung häufig als unpräzise erwiesen. Dies betrifft vor allem die SPD.

Zu den Ergebnissen der letzten Landtagswahl im Saarland.

Besonderheiten des saarländischen Wahlrechts

Das Saarland bietet eigentlich ein Wahlrecht, das es erlauben sollte, möglichst präzise Erhebungen zu erstellen. Die einzige Besonderheit, die es kennt, sind Listenwahlkreise. Für einzelne Wahlkreise werden die Mandate also nach einer Liste vergeben, was den Parteien zusätzliches Gewicht vergibt. Der saarländische Landtag umfasst 51 Sitze. 41 davon werden über die Listen in den drei Wahlkreisen Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen vergeben. Die restlichen 10 Plätze sind für die Landeslisten der Parteien reserviert. Jeder Saarländer hat folglich nur eine Stimme, mit der eine Partei wählt.

Blick zurück: Über die Zuverlässigkeit der Sonntagsfrage für das Saarland vor den letzten Wahlen

Sonntagsfrage für das Saarland vor den Wahlen 2017

Große Probleme bereiteten den Instituten vor den letzten Wahlen vor allem CDU und SPD. In den zwei Wochen vor der Wahl schwankte die Union zwischen 35 und 37 Prozent. Tatsächlich erreichte sie 40,7 Prozent. Die SPD stand bei 32 bis 34 Prozent, kam aber tatsächlich nur auf 29,6 Prozent.

Für die kleineren Parteien waren die Vorhersagen zuverlässiger. Die Linkspartei stand in der Sonntagsfrage für das Saarlandbei 12 bis 13 Prozent. Sie erreichte tatsächlich 12,8 Prozent. Die erstmals angetretene AfD bewegte sich zwischen 6 und 7 Prozent in den Umfragen und kam auf 6,2 Prozent. FDP und Grüne verfehlten wie prognostiziert den Sprung in den Landtag, da sie an der 5-Prozent-Hürde scheiterten.

Sonntagsfrage für das Saarland vor den Wahlen 2012

Die Landtagswahlen 2012 standen unter dem Eindruck der geplatzten Jamaika-Koalition und den gescheiterten Verhandlungen über eine Große Koalition. Es war deshalb notwendig, das Parlament vor der Zeit aufzulösen. In den zwei Wochen vor der Landtagswahl 2012 waren die Umfragen für die CDU präziser als 2017. Sie stand bei 33 bis 34 Prozent und erreichte tatsächlich 35,2 Prozent. Für die SPD war die Sonntagsfrage hingegen ähnlich unpräzise: Diese bewegte sich ebenfalls zwischen 33 und 34 Prozent, tatsächlich kam die Partei nur auf 30,6 Prozent.

Für die Linkspartei passten die Werte in etwa: Diese wurde vom damals populären Oskar Lafontaine in die Wahl geführt. Die Umfragen bewegten sich zwischen 15 und 16 Prozent. Die Linke erreichte 16,1 Prozent. Ähnlich sah es für die Piraten aus, die ebenfalls den Sprung in den Landtag schafften. Sie lagen in den Umfragen bei 6 Prozent und kamen auf 7,4 Prozent.

Exakt waren die Prognosen für die Grünen. Sie lagen bei 5,0 Prozent und damit bei dem Ergebnis, was sie auch erreichten. Für die FDP waren die Vorhersagen auch in etwa korrekt: Sie bewegten sich zwischen 2 und 3 Prozent. Tatsächlich kamen die Liberalen auf 1,2 Prozent.

Sonntagsfrage für das Saarland vor den Wahlen 2009

Mit Ausnahme von FDP und Grünen war die Sonntagsfrage für das Saarland vor den Wahlen 2009 für jede Partei unpräzise. Der Wahlsiegerin CDU wurden in den zwei Wochen vor der Abstimmung 36 bis 38 Prozent vorhergesagt. Tatsächlich kam sie auf 34,5 Prozent. Die SPD sollte laut Umfragen 26 Prozent erreichen, kam aber nur auf 24,5 Prozent.

Bei der Linkspartei war es in die andere Richtung unzutreffend. Die Prognosen sahen sie bei 15 bis 16 Prozent. Tatsächlich gewann sie 21,3 Prozent der Stimmen. Die FDP stand in den Umfragen bei 9 Prozent und erreichte tatsächlich 9,2 Prozent. Die Grünen bewegten sich in den Vorhersagen bei 6 Prozent und gewannen tatsächlich 5,9 Prozent der Stimmen.

Sonntagsfrage für das Saarland bei vorherigen Wahlen

Bei vorherigen Wahlen waren die Vorhersagen ähnlich unzuverlässig. Zumindest bei einer Partei prognostizierten die Meinungsforscher fast immer unzutreffend. Vor den Wahlen 2004 wurde die CDU noch drei Wochen vor den Wahlen beispielsweise fast 8 Prozent stärker eingestuft als sie schließlich wirklich wurde.

Sonntagsfrage für das Saarland zwischen den Wahlen

Zwischen den Wahlen ist die Sonntagsfrage für das Saarland häufig ebenfalls unpräzise. Häufig schwanken Parteien innerhalb weniger Wochen stark. Die CDU stieg beispielsweise im September 2008 innerhalb von 14 Tagen um 5 Prozent an, um nur vier Wochen später wieder beim vorherigen Wert zu landen.

Insbesondere der Wechsel Oskar Lafontaines von der SPD zur Linken hat die Situation weiter erschwert. Die Werte für die Linke schwanken zwischen den Wahlen stark und liegen oft unter den 16 Prozent, die den schwächsten Wert bedeuten, welche die Linke jemals mit Lafontaine geholt hat.

Diese Institute erheben regelmäßig die Sonntagsfrage für das Saarland

  • Forschungsgruppe Wahlen: Das für das ZDF tätige Institut hat mit CDU und SPD häufig große Probleme. Die Vorhersagen für die kleinen Parteien sind deutlich präziser.
  • Infratest dimap: Das Institut arbeitet für den SR. Ähnlich wie bei der Forschungsgruppe Wahlen machen CDU und SPD oft Probleme. Für die kleinen Parteien sieht es besser aus, obwohl die FDP häufig zu stark abschneidet.
  • Forsa: Das für das Forum arbeitende Institut sieht die SPD zu stark. Die weiteren Werte sind in der Regel zuverlässig.
  • Insa: Das für die Bild arbeitende Institut sieht die CDU oft zu schwach. Ansonsten sind die Werte relativ präzise.

Fazit: Linkes Lager bereitet bei Umfragen Probleme

Vor allem das linke Lager bereitet den Instituten bei der Sonntagsfrage für das Saarland Probleme. Es ist relativ fluide. Wähler wechseln von der SPD zur Linkspartei, zu den Grünen und wieder zurück. Neue linke Parteien wie die Piraten können zeitweilig ebenfalls großen Zulauf gewinnen. Die relativ links ausgerichtete Landes-CDU kann sich regelmäßig bei der SPD bedienen, die dadurch unter besonderem Druck steht.

Auffällig ist, dass sich auch die AfD im linken Lager zu bedienen scheint. Das Saarland ist das einzige Bundesland, in dem CDU und AfD gleichermaßen gewinnen konnten. Dies spricht für ein großes Proteststimmenpotenzial im linken Lager.