Wahlergebnis Hamburg

Ein Balkendiagramm zeigt die Wahlergebnisse der Hamburger Bürgerschaftswahlen 2015.
Balkendiagramm der Wahlergebnisse aus Hamburg 2015 – Amtliches Endergebnis der Bürgerschaftswahlen.

Wahlergebnisse in Hamburg – Aktuell und Historisch

Die Freie und Hansestadt Hamburg blickt auf eine lange Tradition als selbständiger Stadtstaat zurück. Mit 1,8 Millionen Einwohnern und knapp 1,3 Millionen Wahlberechtigten gehört die Elbmetropole zwar zu den kleineren Bundesländern. Dennoch werden Wahlergebnisse in Hamburg auch über die Grenzen der Stadt hinaus wahrgenommen. Die Hamburger Bürgerschaft wurde bisher alle vier Jahre neu gewählt. Seit der letzten Bürgerschaftswahl 2015 gilt eine fünfjährige Wahlperiode.

Ergebnisse der Hamburger Bürgerschaftswahl 2015

Die Bürgerschaftswahl am 15. Februar 2015 bestätigte die führende Rolle der Sozialdemokraten. Die SPD musste mit einem Stimmenanteil von 45,6 Prozent allerdings leichte Verluste hinnehmen und konnte ihre absolute Sitz-Mehrheit in der Bürgerschaft nicht verteidigen. Die CDU erreichte mit 15,9 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Ihre Verluste von 6,0 Prozent entsprechen fast genau den AfD-Gewinnen, die mit 6,1 Prozent erstmals in die Bürgerschaft einzog. Die übrigen schon in der Bürgerschaft vertretenen Parteien konnten leichte Stimmengewinne erzielen. Die Grünen verbesserten sich auf 12,3 Prozent, die Linke auf 8,5 Prozent und die FDP auf 7,4 Prozent. Aufgrund des Verlustes der absoluten Mehrheit bildete der damalige Erste Bürgermeister (SPD) Olaf Scholz – heute Bundesfinanzminister – nach der Bürgerschaftswahl eine rot-grüne Koalition.

Frühere Wahlergebnisse in Hamburg

Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2011

Ein spektakuläres Comeback für die SPD brachte die vorzeitige Bürgerschaftswahl am 20. Februar 2011. Diese war nach dem Auseinanderbrechen der schwarz-grünen Koalition unter Christoph Ahlhaus (CDU) notwendig geworden. Ahlhaus war 2010 auf Ole von Beust (CDU) gefolgt, der sein Amt aufgegeben hatte. Die SPD kam nach einem Plus von 14,3 Prozentpunkten auf 48,4 Prozent und erreichte die absolute Sitz-Mehrheit in der Bürgerschaft. Die CDU stürzte um 20,7 Prozentpunkte auf 21,9 Prozent ab und halbierte sich fast. Geringfügige Gewinne erzielten Grüne/GAL (11,2 Prozent) und FDP (6,7 Prozent). Die Linke wiederholte mit 6,4 Prozent ihr vorheriges Wahlergebnis. Infolge des „politischen Erdbebens“ kam es zum Regierungswechsel. Neuer Erster Bürgermeister wurde Olaf Scholz (SPD).

Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2008

Die Bürgerschaftswahl am 24. Februar 2008 bestätigte die CDU mit 42,6 Prozent als stärkste Kraft. Mit einem Minus von 4,6 Prozent ging allerdings die historisch einmalige absolute Mehrheit der vorangegangenen Bürgerschaftswahl verloren. Die SPD verbesserte sich um 3,6 Prozentpunkte auf 34,1 Prozent, blieb aber weit von früheren Wahlergebnissen entfernt. Grüne/GAL kamen mit Verlusten auf 9,6 Prozent. Die Linke erreichte mit 6,4 Prozent erstmals den Einzug in die Bürgerschaft, während die FDP (4,8 Prozent) knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Der bisherige Erste Bürgermeister Ole von Beust (CDU) konnte sein Amt mit einer schwarz-grünen Koalition fortsetzen.

Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2004

Mit dramatischen Veränderungen der politischen Landschaft endete die Bürgerschaftswahl am 29. Februar 2004. Die CDU konnte 21 Prozentpunkte hinzugewinnen und erreichte mit 47,2 Prozent ihr bestes Nachkriegsergebnis sowie die absolute Sitz-Mehrheit in der Bürgerschaft. Spiegelbildlich dazu verlor die ehemalige Schill-Partei des Richters Roland Schill fast ihre gesamte Wählerschaft (- 19,0 Prozent) und kam noch auf 0,4 Prozent. Die FDP verpasste nach deutlichen Verlusten mit 2,8 Prozent den erneuten Bürgerschafts-Einzug. Die SPD musste sich nach einem Minus von sechs Prozentpunkten mit bescheidenen 30,5 Prozent begnügen. Grüne/GAL erzielten mit 12,3 Prozent ein gutes Ergebnis. Durch das Wahlresultat wurde die bisherige Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP obsolet. Der erste Bürgermeister Ole von Beust (CDU) konnte alleine weiter regieren.

Wahlergebnisse in Hamburg vor 2004

Die Hansestadt gilt traditionell als sozialdemokratische Hochburg. Seit den ersten Nachkriegs-Bürgerschaftswahlen 1946 stellte sie mit nur kurzzeitigen Unterbrechungen bis 2001 den Ersten Bürgermeister und danach wieder seit 2011. Mit Ausnahme der Wahlen 1982 und 1986 war sie stets stärkste Partei in der Bürgerschaft, ab den späten 1950er Jahren bis Anfang der 1980er Jahre auch häufig mit komfortablen absoluten Mehrheiten. Die CDU folgte vor 2004 mit weitem Abstand und konnte dabei lange kaum mehr als ein Drittel der Wählerschaft für sich gewinnen. Das gelang erstmals in den 1970er und 1980er Jahren, als die CDU auch Ergebnisse jenseits der 40 Prozent holte. 1982 und 1986 wurde sie sogar stärkste Partei. Grüne/GAL sind seit 1982 durchgängig in der Bürgerschaft mit Ergebnissen über und unter 10 Prozent vertreten. Die FDP war bis zur Wahl 1978 stets in der Bürgerschaft präsent, danach nur in einzelnen Wahlperioden mit mehr oder weniger langen „Auszeiten“ dazwischen. Zeitweilige Erfolge konnten die Statt-Partei (1993: 5,6 Prozent) und die Schill-Partei (2001: 19,4 Prozent) erzielen, die aber nicht dauerhaft waren.

Wissenswertes zum Hamburger Wahlsystem

Bis zur Bürgerschaftswahl 2015 galt in Hamburg eine vierjährige Wahlperiode. Sie wurde 2013 auf fünf Jahre verlängert, die erstmalige Umsetzung erfolgt mit der Bürgerschaftswahl 2020. Das Wahlsystem in Hamburg ist zuletzt 2013 grundlegend reformiert worden. Es sieht eine Verhältniswahl mit offenen Wahlkreislisten und Landeslisten vor. Die Wahlkreise umfassen mehrere Mandate mit drei bis fünf Sitzen. Jeder Wähler hat zehn Stimmen – fünf Wahlkreisstimmen und fünf Landesstimmen. Die Wahlkreisstimmen können an einen oder mehrere Wahlkreis-Kandidaten verteilt werden. Bei den Landesstimmen sind ebenfalls Verteilungen auf eine Liste oder mehrere Listen möglich. Für die Vertretung in der Bürgerschaft gilt die übliche Fünf-Prozent-Sperrklausel. Das aktive Wahlrecht besteht in Hamburg ab dem 16., das passive ab dem 18. Lebensjahr.

Wahlergebnisse in Hamburg – Trends und Entwicklungen

Nach einer längeren Schwächephase ist die SPD in Hamburg seit 2011 wieder eindeutig stärkste politische Kraft. Ob sie das erreichte hohe Niveau wird halten können, muss sich erst noch zeigen. Sonntagsfragen seit der letzten Bürgerschaftswahl deuten eher auf eine Abschwächung – allerdings ohne Gefährdung der führenden Position – hin. Die CDU konnte sich bis dato nicht von ihrem Tief erholen. Die Grünen dürfen sich Hoffnung machen, sich dauerhaft als dritte Kraft zu etablieren und durchweg zweistellige Wahlergebnisse in Hamburg zu erzielen. FDP und Linke sind dagegen permanente „Wackelkandidaten“. Die AfD darf sich ebenfalls ihrer Vertretung in der Bürgerschaft nicht sicher sein. Ihre Basis in der Hansestadt ist eher schwach.