Wahlergebnis Mecklenburg-Vorpommern

Wahlergebnisse Mecklenburg-Vorpommern: Überblick, Analyse und Einordnungen

Seit 1998 hat die SPD jede Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Zuvor konnte die CDU alle Abstimmungen für sich verbuchen. Zeitweilig schien es mit der PDS bzw. der Linken sogar eine dritte Volkspartei zu geben. Doch bei den letzten Wahlen zeigte sich eine spürbare Verschiebung der gewohnten Kräfteverhältnisse. Ein Überblick über die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern soll Grundlage für eine Analyse und einige zentrale Einordnungen sein. Interessant ist darüber hinaus die unregelmäßig für Mecklenburg-Vorpommern erhobene Sonntagsfrage zur politischen Stimmung im nord-östlichen Bundesland.

Aktuelle Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern: Die Landtagswahlen 2016

Die SPD gewann die Landtagswahlen am 4. September 2016 mit einem Stimmanteil von 30,6 Prozent. Sie verlor im Vergleich mit 2011 5 Prozentpunkte. Platz 2 ging an die erstmals angetretene AfD, die aus dem Stand 20,8 Prozent erreichte. Die CDU gewann 19,0 Prozent der Stimmen. Im Vergleich mit 2011 verlor sie 4 Prozent. Es war das schlechteste all ihrer Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern. Die Linke kam auf 13,2 Prozent. Sie büßte mehr als 5 Prozentpunkte ein.

Die Grünen scheiterten mit 4,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Sie verloren fast 4 Prozent. Ebenfalls nicht in den Landtag schaffte es die FDP. Mit 3,0 Prozent gewann sie aber 0,2 Prozent hinzu. Die NPD erreichte 3,0 Prozent und verlor damit 3 Prozent. Sie schied damit wieder aus dem Landtag aus.

Die Wahlbeteiligung lag bei über 61 Prozent und war damit im Vergleich mit anderen ostdeutschen Bundesländern sehr gut.

Wahlentscheidende Themen waren laut Infratest dimap soziale Gerechtigkeit (53 Prozent alle Befragten nannten es als wichtigstes Thema), Wirtschaft und Arbeit (44 Prozent), Schule und Bildung (23 Prozent) und die Flüchtlingskrise (20 Prozent). Die SPD wurde bei den ersten drei Themen am positivsten von allen Parteien gesehen. Besonders gut mobilisieren konnte laut der Umfragen des Meinungsforschungsinstituts aber die Flüchtlingskrise. 96 Prozent der AfD-Wähler gaben an, dass sie es deshalb bei dieser Partei ihr Kreuz gemacht hätten. Kein anderes Thema hatte für irgendeine Partei eine derart hohe Zugkraft.

Die AfD gewann die meisten Stimmen (55.000) aus dem Lager der Nichtwähler. Es folgten kleinere Parteien aus dem rechten Spektrum und die CDU (je 22.000) und schließlich die Linkspartei (16.000). Das starke Ergebnis der AfD in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich folglich so erklären, dass die Partei quer durch das gesamte politische Spektrum Stimmen gewinnen konnte.

Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern historisch: Frühere Abstimmungen

Bei den vorherigen Wahlen erlebte die SPD ein Auf und Ab. 2002 holte sie mit 40,6 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte. 2006 fiel sie auf 30,2 Prozent, um 2011 wieder auf 35,6 Prozent anzusteigen. Die CDU verlor dagegen laufenden an Zustimmung. 2002 erreichte sie noch 31,4 Prozent. 2006 fiel sie auf 28,8 Prozent und 2011 reichte es nur noch für 23,0 Prozent.

Für die PDS bzw. Linke ging es in die Gegenrichtung. 2002 konnte sie 16,4 Prozent der Stimmen gewinnen. 2006 steigerte sie sich leicht auf 16,8 Prozent. 2011 holte sie 18,4 Prozent.

Die Grünen schafften mit 2,6 bzw. 3,4 Prozent weder 2002 noch 2006 den Sprung in den Landtag. 2011 holten sie dafür 8,7 Prozent. Die FDP scheiterte 2002 mit 4,7 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. 2006 holte sie dafür 9,6 Prozent. Die NPD schaffte 2006 mit 7,3 Prozent und 2011 mit 6,0 Prozent den Einzug in den Landtag.

Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern vor 2002

Die CDU gewann sowohl die Wahlen 1990 wie auch 1994 mit 38,3 bzw. 37,3 Prozent. 1998 kam die Union noch auf 30,2 Prozent. Die SPD holte bei der ersten Landtagswahl 1990 27,0 Prozent. Vier Jahre später kam sie auf 29,5 Prozent. 1998 steigerten die Sozialdemokraten ihr Ergebnis auf 34,4 Prozent. Auch die PDS gewann im gleichen Zeitraum fortwährend an Zustimmung. 1990 gewann sie 15,67 Prozent der Stimmen. 1994 kletterte sie auf 22,7 Prozent. 1998 erreichte sie sogar 24,4 Prozent. Es war das beste ihrer Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern.

Abgesehen von der FDP spielten sonstige Parteien bei diesen drei Landtagswahlen keine Rolle. Die Liberalen erreichten bei der ersten Abstimmung 1990 5,5 Prozent. Anschließend rutschten aber auch sie unter die Fünf-Prozent-Hürde.

Wahlrecht von Mecklenburg-Vorpommern: Keine Besonderheiten

Das Wahlsystem von Mecklenburg-Vorpommern kennt keine Besonderheiten. Gewählt wird nach dem für Deutschland typischen personalisierten Verhältniswahlrecht mit zwei Stimmen. Einen Einfluss auf die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern hat das Wahlrecht so nicht.

Fazit zu den Wahlergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern: Kaum feste Parteienbindung

Der Überblick über die Wahlergebnisse von Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass es in diesem Bundesland kaum feste Parteienbindungen gibt. Die Resultate von SPD, CDU und Linke weisen eine ausgesprochen große Fallhöhe auf. Auch die Ergebnisse von Grünen und Linken schwankten stark. Zudem konnte die AfD aus dem Stand über 20 Prozent holen und dabei aus dem gesamten Spektrum Stimmen gewinnen. Insgesamt ist das Protestwähler-Potenzial in Mecklenburg-Vorpommern groß. Dies zeigen die starken Parteien an den Rändern, so war beispielsweise schließlich auch die DVU zwei Mal im Landtag vertreten.