Wahlergebnis Sachsen

Wahlergebnisse in Sachsen – aktuell und historisch

Nach der Wiedervereinigung fanden bislang sechs Wahlen zum Sächsischen Landtag statt. Daraus ging jeweils die CDU als stärkste Kraft hervor. Dank absoluter Mandatsmehrheit bildete sie bis 2004 Alleinregierungen. 2004 und 2014 einigte sie sich mit der SPD, 2009 mit der FDP auf Regierungskoalitionen. Die Legislaturperiode beträgt wie in den anderen Bundesländern fünf Jahre (Ausnahme Bremen).

Beachten Sie auch die aktuellen Umfragewerte der Sonntagsfrage in Sachsen.

Die letzte Landtagswahl: Wahlergebnisse Sachsen 2014

Die Kräfteverhältnisse der drei stärksten Parteien verschoben sich kaum: CDU (39,4 %) und Linke (18,9 %) mussten leichte Verluste hinnehmen, die SPD (12,4 %) legte zwei Prozentpunkte zu. Die mitregierende FDP (3,8 %) verlor deutlich (-6,2 %) und verpasste den Einzug in den Landtag. Die AfD verbuchte beim ersten Antreten ein fast zweistelliges Ergebnis (9,7 %).

Chronologie der Landtagswahlen in Sachsen

Wahlergebnis in Sachsen 2014 – FDP geht, AfD kommt

Historisch niedrige Wahlbeteiligung: Mehr als jeder Zweite verzichtete 2014 auf seine Stimmabgabe – die Wahlbeteiligung sank auf 49,1 Prozent. Die neugegründete AfD wurde aus dem Stand viertstärkste Partei – hinter CDU, Linke und SPD – noch vor den Grünen. Nach dem Absturz der FDP fand die CDU in der SPD einen neuen Regierungspartner: Kabinett Tillich III. Ende 2017 übernahm Michael Kretschmer das Ministerpräsidentenamt vom zurückgetretenen Stanislaw Tillich.

Wahlergebnis in Sachsen 2009 – CDU wechselt Regierungspartner

2009 war das Absinken der Wahlbeteiligung am massivsten – statt knapp 60 Prozent im Jahr 2004 beteiligten sich nunmehr 52,2 Prozent der Wahlberechtigten am Urnengang. Die Union verbuchte leichte Verluste, blieb jedoch über 40 Prozent. Über 20 Prozent hielt sich trotz Stimmeneinbußen die Linke – Nachfolgepartei der PDS. Die SPD schaffte es dank geringfügiger Stimmenzuwächse gerade mal zweistellig: Spitzenkandidat Thomas Jurk legte nach enttäuschenden 10,4 Prozent den Vorsitz der SPD Sachsen zurück. Nach zweiwöchigen Verhandlungen einigten sich CDU und FDP auf die erste schwarz-gelbe Koalition in Sachsen.

Wahlergebnis in Sachsen 2004 – das Ende der CDU-Alleinregierung

Erdrutschartige Stimmenverluste für die CDU und das Erstarken der NPD prägten die vierte Wahl zum Sächsischen Landtag. Die PDS erreichte ihr bestes Ergebnis (23,6 %). Die NPD zog mit 9,2 Prozent in den Landtag ein. Die SPD musste sich mit 9,8 Prozent begnügen – das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl der Nachkriegszeit. Von 56,9 auf 41,1 Prozent – trotz herber Verluste blieb CDU-Ministerpräsident Georg Milbradt bis 2008 im Amt. Erstmals benötigte die CDU einen Koalitionspartner. Sie einigte sich mit der SPD auf die Regierungsbildung.

1999, 1994, 1990 – Wahlergebnisse in Sachsen nach der Wende

Der Sächsische Landtag wählte Kurt Biedenkopf 1990 zum Ministerpräsidenten – seine CDU war aus der Landtagswahl als stärkste Kraft hervorgegangen. Dank absoluter Stimmen- und Mandatsmehrheit bei den Wahlen 1990, 1994 und 1999 stellte die CDU von 1990 bis 2004 eine Alleinregierung. Biedenkopf trat 2002 zurück – neuer Ministerpräsident wurde Georg Milbradt. 1990 und 1994 war die SPD jeweils zweitstärkste Partei – diesen Rang lief ihr 1999 die PDS ab. Waren 1990 mit der FDP und dem Neuen Forum noch fünf Fraktionen im Landtag vertreten, so schafften es bei den Wahlen 1994 und 1999 nur noch drei Parteien über die Fünf-Prozent-Hürde: CDU, PDS und SPD.

Der Trend von Parteien bei sächsischen Landtagswahlen

  • Die CDU stellt seit 1990 durchgehend den Ministerpräsidenten: Erst als alleinregierende Partei und seit 2004 als großer Regierungspartner mit FDP oder SPD.
  • Die Linke – ehemals PDS – ist im Sächsischen Landtag traditionell stark vertreten und erhielt 2004 23,6 Prozent der Stimmen. 2014 waren es 18,9 Prozent.
  • Die SPD startete 1990 als zweitstärkste Fraktion mit 19,1 Prozent. Seit 1999 ist die SPD drittstärkste Kraft im Land.
  • Die FDP war schon im ersten Landtag nach der Wende vertreten und erzielte 2009 einen Stimmenanteil von 10 Prozent. Der kleine Koalitionspartner verfehlte 2014 den Wiedereinzug in den Landtag.
  • Die Grünen eroberten 2004 ihre ersten Mandate und die AfD zog 2014 in den Landtag ein. Die NPD erreichte 2004 ihr bestes Ergebnis und hielt sich zwei Wahlperioden lang im Sächsischen Landesparlament.

Landtagswahlen in Sachsen – Das Wahlrecht

Für Sachsen gilt die personalisierte Verhältniswahl mit geschlossenen Listen. Die Abgeordnetenzahl beträgt mindestens 120. Wahlberechtigt sind mindestens 18-jährige Deutsche mit mindestens dreimonatigem Hauptwohnsitz in Sachsen. Der Wähler vergibt Erst- und Zweitstimme – Direktstimme und Listenstimme.

Sachsen: Abschied von absoluten Mehrheiten und Politikverdrossenheit

Sachsen folgt dem Trend weg von absoluten Mehrheiten. Dennoch konnte sich die CDU bislang als deutlich stärkste Partei etablieren. Problem Wahlbeteiligung: Hatte die erste freie Landtagswahl 1990 noch knapp 73 Prozent der Wähler angelockt, so waren es 2014 gerade noch 49,1 Prozent. Politikverdrossenheit gilt in Sachsen als eine der großen Herausforderungen für die heutige Landespolitik.