Wahlergebnisse Bayern

Die Ergebnisse der Bayrischen Landtagswahl vom 14.10.2018 (Vorläufiges Endergebnis):
Ergebnisse Bayern - Landtagswahl 2018 - Grafische Darstellung
Aus der ersten Hochrechnung der Wahlergebnisse in Bayern ergeben sich für die Parteien im Vergleich zur letzten bayrischen Landtagswahl, die folgenden Zugewinne und Verluste:
Wahlergebnisse in Bayern - Landtagswahl 2018 - Grafische Darstellung Zugewinne und Verluste.
Seit 1954 weisen die Wahlergebnisse in Bayern die CSU als stimmenstärkste Partei aus. Seit 1957 stellt die CSU den Ministerpräsidenten. Traditionell zweitstärkste Fraktion ist die BayernSPD. Bis 1998 wurden die Wähler alle vier Jahre zur Urne gebeten, seit 2003 finden die Wahlen im Fünfjahresrhythmus statt.

Im Vorfeld der Landtagswahlen 2018 zeichnete sich bereits ein tief greifender Wandel der politischen Traditionen in Bayer ab. Laut der regelmäßig für Bayern erhobenen Sonntagsfrage mussten sowohl CSU als auch SPD mit starken Verlusten rechnen. Die CSU hatte mit Stimmenverlusten im zweistelligen Bereich zu rechnen. Für die SPD sagten die Prognosen regelmäßig Verluste in Höhe von  >5% voraus.

Ein anderes Bild zeichneten die Vorhersagen für die Grünen und die AFD. Beiden Parteien konnten mit massiven Stimmgewinnen rechnen. Drei Tage vor der Wahl ergab eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen einen Zuspruch von 19% für die Grünen und von 10% für die AFD. Die Grünen konnten zudem darauf hoffen, zweitstärkste Kraft im Land zu werden. Nur 12% der Befragten gaben an die SPD wählen zu wollen.

Wahlergebnisse in Bayern 2013

Grafik der Wahlergebnisse Bayern (Landtagswahl)2013

Das Endergebnis der Landtagswahl in Bayern 2013 bescherte der CSU 47,7 Prozent der Stimmen (+4,3 %). Die SPD kam auf 20,6 (+2,0 %), die Freien Wähler auf 9,0 Prozent. Auf Rang vier landeten die Grünen mit 8,6 Prozent. Die FDP erhielt 3,3 und die Linken 2,1 Prozent. Wie sehr die Stimmung in Bayern sich seither verändert hat, zeigen aktuelle Wahlumfragen zur Sonntagsfrage in Bayern sowie die aktuellen Wahlergebnisse der Bayrischen Landtagswahl vom 14. Oktober 2018.

Historie der Bayerischen Landtagswahlen

Landtagswahl 2013

Die Wahl fand eine Woche vor der Bundestagswahl statt. 47,7 Stimmprozente reichten der CSU unter Ministerpräsident Seehofer für die absolute Mandatsmehrheit. Koalitionspartner FDP verpasste den Einzug in den Landtag. Die SPD erreichte wieder über 20 Prozent. Freie Wähler und Grüne verbuchten leichte Verluste. Die neugegründete AfD verzichtete auf ein Antreten. Die Wahlbeteiligung stieg von 57,9 auf 63,6 Prozent.

Landtagswahl 2008

Grafische Darstellung der Wahlergebnisse Bayern (Landtagswahl) 2018 - Endergebnis Die Wahlergebnisse in Bayern brachten Verluste für die großen und Gewinne für die kleinen Fraktionen. Statt drei waren nunmehr fünf Parteien im Landtag vertreten. Die CSU büßte ihre absolute Mehrheit ein und hielt nun bei 43,4 Prozent (-14,3 %), die SPD erlitt ihr historisch schlechtestes Ergebnis (18,6 %). Die Freien Wähler (10,2 %) wurden drittstärkste Partei. Die Grünen erreichten 9,4 Prozent. Wieder im Landtag vertreten war die FDP (8,0 %), für die Linken (4,4 %) reichte es nicht.
In der CSU traten Parteichef Huber und Ministerpräsident Beckstein zurück, Horst Seehofer übernahm. Die CSU benötigte einen Regierungspartner und koalierte mit der FDP.

Landtagswahl 2003

Grafische Darstellung der Wahlergebnisse in Bayern 2013 (Landtagswahl)Starke Gewinne für die CSU (+7,8 %), schwere Verluste für die SPD (-9,1 %), ein Absacken der Wahlbeteiligung von 69,8 auf 57,1 Prozent – das brachten die bayerischen Wahlen 2003. Die CSU unter Ministerpräsident Stoiber erreichte die Zweidrittelmehrheit an Mandaten, die SPD fiel unter die 20-Prozent-Marke. Die Grünen bekamen 7,7 Prozent der Stimmen und die Freien Wähler (4,0 %) verfehlten den Einzug in den Landtag.

Landtagswahl 1998

Die Wahl fand zwei Wochen vor der Bundestagswahl statt. Das Ergebnis brachte nur minimale Verschiebungen. Die CSU blieb stabil (52,9 %, +0,1 %) und bestätigte ihre absolute Mehrheit. Die SPD verlor leicht (28,7 %, -1,3 %). Die Grünen kamen auf 5,7 Prozent (+0,4 %). Die erstmals angetretenen Freien Wähler Bayern erreichten 3,7 Prozent und wurden viertstärkste Kraft vor den Republikanern (3,6 %).

Vor 1998

Der einzige Nicht-CSU-Ministerpräsident der Nachkriegszeit war Wilhelm Hoegner (SPD), 1950 erhielt die SPD die meisten Stimmen. Damals hatte die CSU mit der Bayernpartei (BP) starke bürgerliche Konkurrenz. Die langjährigen CSU-Ministerpräsidenten Goppel, Strauß und Stoiber prägten später die politische Landschaft. Drittstärkste Partei war seit den 1960ern die FDP. Diese Rolle übernahmen 1982 die Grünen und 2008 die Freien Wähler.

Parteien und Trends

  • Die CSU, 1946 noch deutlich über 50 Prozent, wurde in den 50er-Jahren von der konservativen Bayernpartei geschwächt. Von 1962 bis 2008 war die CSU alleinregierende Mehrheitspartei. 2013 eroberte sie die absolute Mandatsmehrheit zurück
  • Die SPD war 1950 stimmenstärkste Partei, Wilhelm Hoegner einziger SPD-Nachkriegs-Ministerpräsident. 35,8 Prozent bedeuteten 1966 das beste Ergebnis. 2008 waren es nur noch 18,6 Prozent
  • Die FDP war in den 50ern vierte Kraft hinter der Bayernpartei. 1966 und von 1982 bis 2003 verfehlte die FDP mit einer Ausnahme (1990) den Einzug in den Landtag. Der Höhenflug 2008 (8 %) währte nur kurz
  • Die Grünen traten erstmals 1978 an und sind seit 1986 im Landtag vertreten – bestes Ergebnis 2008 (9,4 %).
  • Die Freien Wähler sind seit 2008 (10,2 %) drittstärkste Partei.
  • 1950 konnte die Bayernpartei 17,9 Prozent für sich verbuchen. 2013 waren es 2,1 Prozent.
  • Die NPD kam 1966 auf 7,4, die Republikaner 1990 auf 4,9 Prozent. Die Linken erhielten 2008 4,4 Prozent der Wählerstimmen. Die AfD ist in Bayern noch nicht angetreten.

Das Wahlrecht bei Landtagswahlen in Bayern

Der Bayerische Landtag setzt sich aus mindestens 180 Sitzen zusammen, die Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. Das Wahlrecht in Bayern sieht die personalisierte Verhältniswahl mit offenen Listen vor. Wahlberechtigt ist jeder mindestens 18-jährige Deutsche mit Wohnsitz in Bayern. Die sieben Wahlkreise entsprechen den Regierungsbezirken. Es gilt die landesweite Fünf-Prozent-Sperrklausel.

Fazit: Sonderfall Bayern

Die Wahlergebnisse in Bayern belegen den Sonderstatus des Freistaates in Deutschlands Süden: Nirgendwo sonst prägt eine Partei so sehr Politik und Image eines Landes wie die CSU in Bayern. 2008 schien die Alleinherrschaft zu enden – die neuerliche absolute Mandatsmehrheit 2013 trotzte dem Trend zu mehr Parteien und dynamischem Wahlverhalten. Im Oktober 2018 wird wieder gewählt