Wahlergebnisse NRW

Wahlergebnisse in Nordrhein-Westfalen – aktuell und historisch

Ein Balkendiagramm zeigt die Wahlergebnisse der Landtagswahlen in NRW des Jahres 2017.
Wahlergebnisse der Landtagswahlen NRW 2017 als Balkendiagramm.

Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland betrug die Wahlperiode in der Nachkriegszeit erst drei, später vier Jahre. Seit 1970 finden die nord­rhein-west­fä­lischen Landtagswahlen im Fünfjahresrhythmus statt. SPD und CDU wechseln einander in unregelmäßigen Abständen als stimmenstärkste Partei ab. Seit 1947 stellt entweder Rot oder Schwarz den Ministerpräsidenten.

Wahlergebnisse in Nordrhein-Westfalen 2017

Aus dem bislang letzten Urnengang 2017 ging die CDU als stärkste Kraft hervor. Sie lag mit 33 Prozent knapp zwei Prozentpunkte vor der SPD. FDP mit 12,6 sowie AfD mit 7,4 und Grüne mit 6,4 Prozent folgten auf den Rängen drei bis fünf. Die Linke verfehlte knapp den Einzug in den Landtag. Die aktuelle Sonntagsfrage für NRW zeichnet jedoch ein anderes Bild der politischen Stimmung im Land.

Die Wahlen 2017: Machtwechsel in Düsseldorf

Die Wahl 2017 sorgte für eine Umkehr der politischen Machtverhältnisse: Regierungsparteien SPD (-7,9 %) und Grüne (-4,9 %) mussten starke Verluste hinnehmen: SPD-Ministerpräsidentin Kraft und Grüne Spitzenkandidatin Löhrmann legten ihre politischen Ämter nieder. CDU (+6,7 %) und FDP (+7,4 %) verbuchten deutliche Stimmenzuwächse – die Parteiengespräche mündeten in einer schwarz-gelben Regierungskoalition unter CDU-Ministerpräsident Laschet. Neu im Landtag vertreten ist die AfD. Die Piraten sackten hingegen von 7,8 auf 1,0 Prozent ab.

Wahlergebnisse in NRW 2012: vorgezogene Wahlen und Bestätigung der Minderheitsregierung

Bereits nach zwei Jahren stellte sich die rot-grüne Minderheitsregierung dem neuerlichen Volksvotum. Aus dieser vorgezogenen Landtagswahl ging die SPD mit 39,1 Prozent (+4,6 %) als Sieger hervor. Die Union (26,3 %) verlor mehr als 8 Prozent. Die Linke verfehlte die Fünf-Prozent-Marke, die Piraten zogen in den Landtag ein. Rot und Grün verfügten über die absolute Mehrheit – die rot-grüne Minderheitsregierung wurde als Mehrheitsregierung fortgesetzt.

2010: Wahlergebnisse in Nordrhein-Westfalen nach Kopf-an-Kopf-Rennen

Schwere Verluste für die Union (-10,3 %) bedeuteten das Aus für die schwarz-gelbe Koalition. Mandatsgleichstand zwischen CDU (34,6 %) und SPD (34,5 %). Die Grünen (12,1 %) legten deutlich (+5,9 %) zu. SPD und Grüne nutzten das Momentum und wagten den Schritt in eine Minderheitsregierung – ein Mandat fehlte Rot-Grün auf die absolute Mehrheit. Die Linke schaffte den erstmaligen Einzug in den Landtag.

Wahlergebnisse in NRW 2005: Ende der langen SPD-Vorherrschaft

Seit 1980 wiesen die Wahlergebnisse in Nordrhein-Westfalen durchgehend die SPD als führende Partei aus. Diese Vormachtstellung büßten die Sozialdemokraten 2005 ein. Zudem stellten sie seit 1966 den Ministerpräsidenten – auch diese Ära ging 2005 zu Ende. Klarer Wahlsieger war die CDU: Sie bildete mit der FDP eine Koalition – das Kabinett Rüttgers.

Wahlergebnisse Nordrhein-Westfalen: Nachkriegszeit bis zur Jahrtausendwende

Erster Ministerpräsident war der ursprünglich parteilose Rudolf Amelunxen. Die Landtagswahl 1947 begründete eine fast zwei Jahrzehnte währende Vorherrschaft der Union. Die Trendumkehr zugunsten der SPD kam 1966. Von da an bis 2005 wurde Nordrhein-Westfalen von einem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten regiert. Johannes Rau bekleidete dieses Amt von 1978 bis 1998. 1995 erregte das zweistellige Ergebnis der Grünen Aufsehen und die FDP verpasste den Einzug in den Landtag.

Tendenzen der Parteien bei Wahlen in NRW

  • SPD: startete 1947 mit 32 Prozent und erreichte 1985 den Höchststand von 52,1 Prozent. 2017 kam der Absturz mit 31,2 Prozent. Johannes Rau war die prägende Figur der nordrhein-westfälischen Landespolitik.
  • CDU: oft Kopf an Kopf mit den Sozialdemokraten. Lange Jahre (bis 1980) stimmenstärkste Partei. Die Talsohle (26,1 %) war 2012 erreicht: Seit 2017 leitet die Union dank starker Zugewinne wieder die Regierungsgeschäfte.
  • FDP: Traditionspartei im Landtag, mehrmaliger Koalitionspartner von CDU und SPD. Nur 1980 und 1995 reichte es nicht für Landtagsmandate.
  • Die Grünen: stellten sich im Jahr nach der Gründung 1980 erstmals der Wahl. Seit 1990 durchgehend im Landtag vertreten. 1995 erste Regierungsbeteiligung.
  • Nach dem Krieg spielten KPD und Deutsche Zentrumspartei eine wichtige Rolle. In jüngerer Vergangenheit eroberten 2010 die Linke und 2012 die Piraten Landtagssitze. Seit 2017 ist die AfD im nordrhein-westfälischen Landesparlament vertreten.

Wahlrecht bei Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen

Aktiv wahlberechtigt sind Deutsche nach vollendetem 18. Lebensjahr, die seit mindestens 16 Tagen (vor dem Wahltag) in Nordrhein-Westfalen als wohnhaft gemeldet sind. Passiv Wahlberechtigte haben ihren Hauptwohnsitz seit mindestens drei Monaten im Bundesland. Es gilt die personalisierte Verhältniswahl mit Erst- und Zweitstimme sowie die Fünf-Prozent-Hürde als Sperrklausel.

Fazit zu Wahlergebnisse in NRW: Dynamische Parteienlandschaft im bevölkerungsreichsten Bundesland

SPD und CDU haben das politische Geschehen im Land geprägt. Seit 1945 haben bislang neun Parteien ihre Abgeordneten in den nordrhein-westfälischen Landtag entsandt – das nordrhein-westfälische Landesparlament steht für Parteienvielfalt und gelebte Demokratie.