Wahlergebnisse Saarland

Das Saarland ist seit dem 1. Januar 1957 ein deutsches Bundesland. Die erste Landtagswahl als Teil der Bundesrepublik Deutschland fand am 4. Dezember 1960 statt. Mit ihr wurde die vierte Wahlperiode eingeläutet. Lange Zeit konnte sich hier die CDU als Partei mit dem höchsten Wählerzuspruch halten. Erst im Jahr 1980 gelang es der SPD erstmals, sich vor der SPD zu positionieren. Diese Position konnte von den Sozialdemokraten unter Oskar Lafontaine bis zur Landtagswahl 1999 gehalten werden.

Wahlergebnisse Saarland zur Landtagswahl 2017

Bei der Landtagswahl 2017 ging die CDU unter Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ganz klar als stärkste Kraft an der Saar hervor. Sie konnte ihr Ergebnis gegenüber den vorangegangenen Landtagswahlen 2012 um mehr als 5 Prozent auf 40,7 Prozent steigern, was 24 Mandaten im Landtag entspricht. Geringfügige Verluste musste hingegen die SPD mit den erzielten 29,6 Prozent hinnehmen. Die Zahl ihrer Mandate blieb jedoch bei 17. Einen deutlich herberen Verlust erlitt die Linke mit nur noch 12,9 Prozent und damit 7 Mandaten. Erstmals dabei war bei dieser Wahl die AfD, die aus dem Stand ein Ergebnis von 6,2 Prozent und damit drei Mandate erzielen konnte. Sowohl FDP als auch Bündnis 90/Die Grünen scheiterten mit 3,3 bzw. 4,0 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Damit konnte die Koalition aus CDU und SPD auch in der 16. Wahlperiode weitergeführt werden.

Zu den aktuellen Umfragewerten der Sonntagsfrage für das Saarland.

Wahlergebnisse Saarland zur Landtagswahl 2012

Die eigentlich für das Jahr 2014 angesetzte Landtagswahl der 15. Wahlperiode musste aufgrund gescheiterte Koalitionsverhandlungen vorgezogen werden. Dem ging ein Scheitern der Jamaikakoalition, in dessen Folge es auch zum Rücktritt des bis dahin regierenden Ministerpräsidenten Peter Müller kam. Als Nachfolgerin wurde am 10. August 2011 Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt und zwei Wochen später, am 24. August, vereidigt. Die Jamaikakoalition konnte dieser Führungswechsel jedoch nicht mehr retten, was vor allem an ungeklärten Fragen personeller Art mit der FDP lag. Am 19. Januar wurden deswegen Neuwahlen angekündigt. Zuvor waren Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD gescheitert.

Bei der darauffolgenden Wahl am 25. März 2012 konnte die CDU ein Ergebnis von 35,2 Prozent und 19 Mandate erzielen. Ein deutlicher Sprung gelang hingegen der SPD, die 30,6 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte, wodurch ihr im Landtag 17 Sitze zustanden. Mehr als 5 Prozent Verlust musste Die Linke mit nur noch 16,1 Prozent und 9 Mandaten hinnehmen. Einen Achtungserfolg konnten hingegen die PIRATEN vorweisen, die mit 7,4 Prozent und 4 Sitzen erstmals in den saarländischen Landtag einzogen. Knapp wurde es bei den Grünen, denen der Einzug in den Landtag mit genau 5 Prozent gelang. FDP, FAMILIE und alle weiteren Parteien scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Wahlergebnisse Saarland zur Landtagswahl 2009

Die Landtagswahl 2009 war in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen verlor die CDU Wählerstimmen im zweistelligen Bereich und sank um 13 Prozent auf nur noch 34,5 Prozent. Zum anderen konnte die Partei Die Linke, die im Saarland erstmals angetreten war, aus dem Stand einen Stimmenanteil von 19 Prozent erzielen. Das lag vor allem am Spitzenkandidaten und ehemaligen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine (ehemals SPD), der im Saarland einen sehr hohen Bekanntheitsgrad genießt. Auch die FDP konnte wieder an Stimmen zulegen und ist mit 9,2 Prozent (5 Mandate) wieder in den Landtag eingezogen. Die Grünen konnten mit 5,9 Prozent der Stimmen und damit 3 Mandaten in den Landtag einziehen.

Ergebnisse der großen Parteien bei Landtagswahlen im Saarland im Zeitverlauf

Die Wahlergebnisse Saarland zeigen, dass das Saarland bis zur Landtagswahl 2009 als Hochburg der SPD galt. Ein Bild, das auf Ebene der Gemeinden und Kommunen zwar bis heute vielerorts fortbesteht, auf Landesebene jedoch nicht gehalten werden konnte. Bei den Wahlen 1999 gelang es der CDU erstmals wieder, sich mit einem Prozent Vorsprung und einem Plus von fast 7 Prozent vor die SPD zu setzen. Im Rahmen der Landtagswahlen 2004 konnte dieser Vorsprung mit 47,5 Prozent weiter ausgebaut werden, während die SPD drastisch an Zuspruch verlor und Einbuße von 13,6 Prozent hinnehmen musste.

Bei den Landtagswahlen 2009 trat erstmals die Partei Die Linke mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine an und erzielte mit 21,3 Prozent das bis dahin beste Ergebnis in einem westlichen Bundesland. Gleichzeitig mussten die führenden Volksparteien signifikante Verluste hinnehmen. Die CDU sank dabei auf 34,5 Prozent (Verlust von 13,0 Prozent) und die SPD auf 24,5 Prozent (Verlust von 6,3 Prozent). Neben der Linken konnte sich aber auch die FDP wieder behaupten und nach einem Zugewinn von 4,0 Prozent auf 9,2 Prozent des Stimmenanteils verweisen.

Die FDP konnte sich jedoch nicht lange auf diesem Niveau halten und verlor bei der vorgezogenen Landtagswahl 2012 drei Jahre später ganze 8,0 Prozent und verpasste damit den Einzug in den Landtag mit nur noch 1,2 Prozent deutlich. Die SPD konnte gegenüber der Landtagswahl mit einem Plus von 6,1 Prozent wieder Boden gut machen und über die 30-Prozent-Marke klettern, die CDU ihr Niveau immerhin halten. Am Stand der SPD änderte sich auch bei der Landtagswahl 2017 nicht mehr viel. Ein größeren Sprung konnte hingegen die CDU vollziehen, die mit einem Plus von 5,5 Prozent wieder über die 40-Prozent-Marke kletterte.

Das Wahlrecht im Saarland

Im Saarland wird eine Verhältniswahl mit geschlossenen Listen und Listenwahlkreisen durchgeführt. Der Landtag des Saarlandes besteht aus 51 Sitzen, von denen 41 über Landes- und Wahlkreislisten für die Legislaturperiode von fünf Jahren vergeben werden. Das Land wird in die drei Listenwahlkreise Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen eingeteilt. Den Listenwahlkreisen sind die einzelnen Landkreise untergeordnet, was gegenüber andren Bundesländern eine Besonderheit darstellt.