Wahlergebnisse Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt ist seit der Wiedervereinigung im Oktober 1990 Teil Deutschlands. Die Verfassung geht auf das Jahr 1992 zurück. Seit 1990 sind die Bürger sieben Mal zur Wahl des Landtags angetreten; seit 2006 folgen die Wahlen einem 5-Jahres-Rhythmus. Die politische Landschaft ist von verschiedenen Strömungen geprägt. Neben starken konservativen Kräften gibt es auch ausgeprägte linke und rechte Lager. Regiert wird das Land gegenwärtig von einer CDU-geführten schwarz-rot-grünen Koalition unter Reiner Haseloff (Kenia-Koalition).

Beachten Sie auch die aktuellen Umfragewerte zur Sonntagsfrage in Sachsen-Anhalt zur politischen Stimmung dortiger Landtagswahlen.

Wahlergebnisse Sachsen-Anhalt – ein Überblick

In Sachsen-Anhalt wurden zuletzt 2016 die Landesvertreter gewählt – mit einem Ergebnis, das die bisherige politische Landschaft umkrempelte. Die CDU konnte die Wahl – trotz Verlusten – zwar erneut gewinnen. Als zweite Kraft etablierte sich aber die erstmals angetretene Alternative für Deutschland (AfD). Gleichzeitig stürzte die SPD auf einen historischen Tiefstwert ab: erstmals seit 1990 hatten die beiden „großen“ Volksparteien keine Mehrheit.

Die Ergebnisse der Landtagswahlen Sachsen-Anhalt 2016

Die Detailergebnisse dieser Landtagswahl: Die CDU erreichte 29,8 Prozent – ein Minus von 2,7 Prozent-Punkten. Auf Rang zwei lag die AfD mit 24,2 Prozent (+24,2), auf Rang drei die Linke mit 16,3 (-7,4), gefolgt von der SPD auf Rang vier mit 10,6 (-10,9) und den Grünen mit 5,2 Prozent (-1,9 %-Punkte). Die FDP hatte zu wenige Stimmen, um die 5-Prozent-Hürde zu nehmen; ebenso die NPD und die Freien Wähler (FW).

Dieses Ergebnis basiert auf einer Wahlbeteiligung von rund 61 Prozent und führte zu folgender Abgeordneten-Verteilung: Von den insgesamt 87 Mandaten fielen 30 an die CDU, 25 an die AfD, 16 an die Linke und 11 an die SPD; die Grünen verfügen über fünf Sitze.

Landtagswahlen Sachsen-Anhalt historisch – Besonderheiten früherer Wahlen

Wahlergebnisse Sachsen-Anhalt – die Wahlen zwischen 2002 und 2011

2011 war die Wahlbeteiligung deutlich geringer als 2016. Alle Parteien – mit Ausnahme der FDP – konnten Stimmen gewinnen. Die CDU kam auf 32,5 Prozent, die Linke auf 23,7, die SPD auf 21,5 und die Grünen auf 7,1 Prozent. Die FDP verpasste die 5%-Marke ebenso wie die NDP. Eine mögliche rot-rote-Koalition kam nicht zustande. Es blieb bei der schwarz-roten Regierung, deren Führung der bis heute amtierende Reiner Haseloff übernahm.

2006 war vor allem aufgrund der geringen Wahlbeteiligung bemerkenswert. Nur 44,4 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Die meisten davon erhielt die CDU mit 36,2 Prozent, gefolgt von der Linken (ehemals PDS) mit 24,1, der SPD mit 21,4 und 6,7 Prozent. Sowohl die Grünen wie die DVU verpassten den Einzug.

Die Wahl 2002 brachte einen großen Umsturz. Die von Ministerpräsident Wolfgang Schaefer in die Wahl geführte Regierungspartei SPD kam nur auf 20 Prozent der Stimmen: ein Verlust von fast 16 Prozentpunkten. Dafür holte sich die CDU mit 37,3 Prozent (+15,3) Rang eins zurück. Starke Zugewinne konnte die FDP verbuchen, der mit 13,3 Prozent der Wiedereinzug in den Landtag gelang. Die PDS setzte mit 20,6 Prozent ihren stetigen Aufstieg fort; die DVU und die Grünen scheiterten an der 5%-Hürde.

Wahlergebnisse Sachsen-Anhalt: Wahlen vor 1998

Die erste Wahl fand kurz nach der Wiedervereinigung 1990 statt und führte zu einer Koalition von CDU und FDP. Das Jahr 1994 brachte einen ersten Umschwung. Wirtschaftliche Probleme und eine hohe Arbeitslosigkeit führten zu starken Verlusten für die Regierungsparteien. Die SPD zog mit der CDU fast gleich und bildete gemeinsam mit den den Grünen eine Minderheitsregierung. Das Ergebnis der Wahl 1998 war eine Alleinregierung der SPD, die wie seit 1994 von der PDS geduldet wurde. Großes Aufsehen erregte das Ergebnis der als rechtsextrem eingestuften DVU (fast 13%).

Das Wahlrecht bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt

Das Wahlsystem in Sachsen-Anhalt ist so eingerichtet, dass die Wähler zwei Stimmen haben. Mit der ersten Stimme wird jener Kandidat gewählt, der aus dem eigenen Wahlkreis in den Landtag einziehen soll. Es handelt sich folglich um eine Persönlichkeitswahl. Auf diese Art wird jeweils ein Mandat für jeden der insgesamt 43 Wahlkreise vergeben.

Weitere 44 Mandate werden über das Verhältnis-Wahlsystem vergeben. Der Wähler wählt mit seiner Zweitstimme aus einer vorher festgelegten Liste die Partei seiner Wahl aus. Bei der Mandatsvergabe zum Zug kommen alle Parteien, die mindestens 5% der Stimmen auf sich vereinen. Summa summarum sind in Sachsen-Anhalt 87 reguläre Mandate zu vergeben; durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann die tatsächliche Zahl der Sitze abweichen.

Die Legislaturperiode ist seit 2006 auf fünf Jahre festgesetzt. Das Wahlrecht besitzen alle deutschen Staatsbürger, die zum Wahltermin mindestens ihr 18. Lebensjahr vollendet haben; der Wähler muss außerdem bereits drei Monate in Sachsen-Anhalt seinen Hauptwohnsitz haben.

Die Wahlergebnisse Sachsen Anhalt – ein Fazit

Die Großparteien CDU und SPD beherrschten lange die politische Landschaft Sachsen-Anhalts. Spätestens seit 2016 hat sich das mit dem Verlust der einfachen Mehrheit geändert. Ein zweiter Trend ist das schwächer Werden des linken Lagers und die Erstarkung der rechten politischen Fraktionen – zuletzt in Form der AfD.