Wahlergebnisse Thüringen

Der Freistaat Thüringen wurde mit der Deutschen Wiedervereinigung 1990 neu gegründet. 1993 erhielt er seine aktuelle Verfassung, die ihn als Bundesland der Bundesrepublik und als demokratischen Rechtsstaat ausweist. Bisher gab es sechs Landtagswahlen: 1990 und 1994; danach alle fünf Jahre. Politisch wird das 2,2 Millionen Einwohner zählende Bundesland als konservativ eingeschätzt; aber auch das linke und rechte bis rechtsextreme Lager ist stark ausgeprägt. Bei allen Wahlen erhielt die Christlich Demokratische Union (CDU) die meisten Stimmen; 2014 wurde die CDU-Regierung allerdings von einer rot-rot-grünen-Koalition abgelöst.

Aufschluss über die aktuelle politische Stimmung im Land bieten die Grafiken zur aktuellen Sonntagsfrage in Thüringen.

Wahlergebnisse Thüringen im Überblick

Thüringen hat zuletzt im September 2014 seinen Landtag gewählt. Die CDU ging bei dieser Wahl erneut als stärkste Fraktion hervor – die Koalitionsverhandlungen führten letztlich aber zu einer Zusammenarbeit der Linken mit der SPD und den Grünen (rot-rot-grüne-Koalition). Mit Bodo Ramelow wurde erstmals in einem deutschen Bundesland ein Kandidat der Partei „Die Linke“ zum Regierungschef ernannt.

Die Wahlergebnisse der Thüringischen Landtagswahl 2014

Im Detail sah das Ergebnis der Thüringer Landtagswahlen 2014 so aus. Die CDU erhielt 33,5 Prozent der Stimmen – ein Plus von 2,2 Prozent-Punkten. Die Linke (bis 2007 PDS) kam auf 28,2 Prozent (+0,8), die SPD auf 12,4 (-6,1 %) und die Grünen auf 5,7 (-0,6). Die NDP verpasste mit 3,6 Prozent den Landtagseinzug ebenso wie die FDP mit 2,5 Prozent; dafür konnte die AfD – bei ihrem ersten Antreten – gleich mehr als 10 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 2014 bei 52,7 Prozent, mithin auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Von den 88 regulären und 3 direkten Mandaten fielen 34 auf die CDU, 28 auf Die Linke und 14 auf die SPD; die Grünen erhielten 6 Sitze, die AfD 11.

Thüringer Landtagswahlen historisch – Besonderheiten früherer Wahlen

Wahlergebnisse Thüringen – die letzten 3 Wahlen

Fünf Jahre zuvor, im Jahr 2009, gaben 56,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 31,2 Prozent entschieden sich für die CDU, 27,4 für Die Linke und 18,4 für die SPD. Gleichfalls im Landtag vertreten: die FDP mit 7,6 Prozent der Wählerstimmen und die Grünen mit 6,2. Die NDP und die Freien Wähler schafften es knapp nicht ins Landesparlament. Nach der Wahl bildete die CDU als Wahlsieger unter der Führung von Ministerpräsidentin Christine Liebknecht eine große Koalition mit der SPD.

Bei den vierten Thüringer Landtagswahl 2004 war die Wahlbeteiligung mit 53,8 Prozent ähnlich gering wie 2016. Die CDU gewann die Wahl mit 43 Prozent, verlor aber die absolute Stimmenmehrheit. Die Linke, die damals unter dem Namen PDS antrat, verbuchte 26,1 Prozent der Stimmen auf sich; die SPD 14,5. Der Sprung in den Landtag nicht gelungen ist den Grünen mit 4,5 und der FDP mit 3,6 Prozent. Die CDU konnte aufgrund der absoluten Mandatsmehrheit eine Alleinregierung unter Dieter Althaus bilden.

1999 traten die Thüringer zum dritten Mal an die Urnen, um die Zusammensetzung des Landtags zu wählen. 59,9 Prozent nahmen damals ihr Wahlrecht war. 51,0 Prozent der Stimmen entfielen auf die CDU, 21,3 auf die PDS, 18,5 auf die SPD. Weder den Grünen noch der FDP oder der NDP gelang es, die 5-Prohent-Hürde zu nehmen. Das Regierungsamt der CDU-Alleinregierung übernahm Bernhard Vogel; später wurde er von Dieter Althaus abgelöst.

Wahlergebnisse in Thüringen: Wahlen vor 1998

Nach der Wiedervereinigung und vor 1998 sah Thüringen zwei Landtagswahlen. Sie zeichneten sich einerseits durch eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung aus: mehr als 70 % der Wahlberechtigten gingen zur Wahl. Andererseits waren die ersten Wahlergebnisse in Thüringen geprägt von den beiden großen Volksparteien CDU und SPD. Erst bei der zweiten Landtagswahl 1994 kam mit der PDS eine kleinere Partei auf ein zweistelliges Ergebnis. Die weitere Entwicklung der Wahlergebnisse in Thüringen verstärkte diesen Trend und zeigt: die Parteibindungen in Thüringen sind weniger stark als die in den alten Bundesländern.

Das Wahlrecht bei Thüringer Landtagswahlen

Gewählt wird der Landtag in Thüringen über ein personalisiertes Verhältniswahlrecht, basierend auf einer geschlossenen Liste. Konkret bedeutet das: in Thüringen hat jeder Wähler zwei Stimmen. In seinem Wahlkreis wählt er mit der einen seinen Wahlkreisabgeordneten (Wahlkreisstimme); mit der anderen kürt er eine Partei aus der geschlossenen Landesliste (Landesstimme). Die Stimmen der Parteien werden auf 88 Mandate aufgeteilt.

Gewählt wird alle fünf Jahre. Zugelassen zur Wahl sind alle deutschen Staatsbürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben; und seit mehr als drei Monaten hauptwohnsitzlich in Thüringen leben (ein Jahr fürs passive Wahlrecht).

Fazit zu den Wahlergebnissen Thüringen

Zwei Trends dominieren die letzten dreißig Jahre. Die Wahlbeteiligung hat stark, von anfänglich rund 75 auf zuletzt kaum 50 Prozent, abgenommen. Und die ursprüngliche Dominanz der Großparteien ist einer breiten Vielfalt an Parteien gewichen.